Reise nach Kambodscha

So, nachdem wir den Tag mit einer heissen Nudelsuppe bei mindestens 30° im Schatten begonnen haben, könnt Ihr jetzt unsere abendteuerliche Reise nach Siem Reap in Kambodscha nachverfolgen.

Wir starteten um 4.30 Uhr in den Tag um mit einem TukTuk zum Bahnhof zu gelangen, wo wir um 5.55 Uhr mit dem Zug in Richtung Aranyaprathet an der Grenze aufgebrochen sind. Entlang der Bahnstrecke waren schon in Bangkok viele Slumviertel in denen die Menschen in ihren kleinen Hüttchen saßen und wie wir in den Tag starteten. Der Zug an sich war sehr bequem, hielt jedoch in Bangkok innerhalb der ersten Stunde zehn mal an…nachdem wir aber die Stadt verlassen hatten und langsam die Sonne am Horizont aufstieg wurden auch die Stopps immer rarer. Mit einer angenehmen Geschwindigkeit rumpelten wir so so stundenlang durchs Land..die Fenster waren alle offen und es wehte ein frischer Wind um unsere Nasen, der allerdings auch viel Asche von den brandgerodeteten Feldern rechts und links der Gleise in unsere Wagen brachte. So ging es gute sechs Stunden bis wir in der feinsten Mittagshitze den Zielbahnhof erreichten und direkt im Zug von den wartenden TuKTukfahrern angeworben wurden. Nachdem ein passabler Preis verhandelt und der erste unfreiwillige Stopp verhindert wurde, waren wir auch ziemlich schnell an der Grenze. Im Vergleich zu vor fünf Jahren hat sich dort eine komplette Stadt entwickelt, besonders auf kambodschanischer Seite. Zwischen den Grenzen, quasi in politischem Niemandsland entstanden zahlreiche fette Casinos…obwohl die Menschen an der Grenze nicht unbedingt so aussahen als würden sie dort verkehren. Der Kontrast war sehr beeindruckend, die Bauern kamen mit ihren Holzkarren und checkten sich per elektronischen Pass durch die Grenze…..Der Grenzübergang stellte sich für uns als wenig problematisch dar und ging auch recht zügig…..man brachte uns auch umsonst zu der Bushaltestelle des Grenzortes Poipet, welcher einen absolut unliebsamen Eindruck machte. Dort spürten wir dann auch zum ersten mal die berüchtigte Korruption, die einem Grossteil der Bevölkerung einfach inne ist. So gab es nur ein einziges Busunternehmen was sich für jeweil 10 Dollar die Leute gekascht und in ihren verflixt engen Bus verfrachtet hat. An dieser Haltestelle trafen wir ein paar Canadier, die ziemlich gut und clever drauf waren und schon einige Zeit vorher versuchten, eine Alternative zum Bus zu finden. Dabei stiessen sie nur auf stumme Münder und seltsam schauende Menschen so dass sie sich ziemlich schnell dem Umstand fügten. Mit dem Bus ging es dann über die buckligtsen Schotterpisten Stunden um Stunden vorbei an dürren Feldern und Hütten und mageren Kühen und dürren Feldern und Hütten und mageren Kühen und……..die Armut entlang der “Strasse” war sehr erschreckend…die Leute hatten teilweise gar nix zum Leben….nur teilweise stand inmitten eine Holzhütte ein Flatscreen-TV…man glaubt es nur wenn man es wirklich sieht….durch den Staub wälzten wir uns ganze weitere sechs Stunden und komischerweis fuhr der Fahrer auf den sanierten Stücken deutlich langsamer als auf der Staubpiste. Doch mit Erreichen der Stadt Siem Reap kam der eigentliche Hammer. Vor den Stadtgrenzen leben die Menschen in urzeitlichen Umständen und ein paar Meter weiter ist ein riesiges Lichtermehr mit Luxushotels der obersten Klasse… aufgefädelt wie auf einer Schnur, kilometerlang. Die reichen Touristen lassen sich hierher fliegen und bekommen keinen Schimmer von dem wahren Leben ausserhalb der Stadtgrenzen…..Nun fuhren wir also ganz langsam durch viele Kurven und Ecken….gehörte alles zum Plan…die Touristen möglichst spät in einem vorher festgemachten Hostel absetzen…..aber aus Ärger und aus Prinzip folgten wir den Canadiern auf einen langen Fussmarsch, bis wir ein nettes Guesthouse für einen passablen Preis in direkter Nähe zum Zentrum fanden…wir teilen uns grad ein Dreibettzimmer mit Aircondition zusammen mit Scott, einem kanadischen Lehrer der seit einem Jahr in China unterrichtet. So gingen wir abends noch alle zusammen was Essen und lauschten den spannenden Geschichten des “Anführers” der Canadier, ein witziger Typ der mit allen Wassern gewaschen scheint…..genau das Richtige wenn es ums Handeln geht…So schlossen wir den Tag mit einem Krug Bier in einer netten kubanisch anmutenden Barstrasse und gönnten uns die verdiente Nachtruhe, die ob des Mangels an Fenstern dann noch fast in eine Mittagsruhe überging………..

Heute wird es ein ruhiger Tag zum Planen des Tempelbesuchs und gegen abend wollen wir das wöchentliche Cellokonzert Beat Richners besuchen, ein Schweizer Kinderarzt und Gründer dreier wohltätiger Krankenhäuser in Kambodscha.

5:55 UhrThailand3. KlasseIm ZugMüdeKambodscha IIKambodscha