Angkor
Über fünf Jahre nach meinem letzten Besuch der Tempel von Angkor bin ich wieder hier. Der Ort Siem Reap hat sich seitdem ziemlich verändert. Es gibt hier mittlerweile dutzende Luxushotels zwischen all dem Chaos, laute Bars und viele, viele Touristen.
Man kann hier keine drei Schritte gehen, ohne von einem Fahrer der unzähligen Tuktuks angesprochen zu werden, die einen überall hinfahren wollen, egal ob man das selbst auch so sieht. Die Tuktuks sind hier von einer besonderen Sorte: Es handelt sich um normale Motorräder, denen eine Anhängerkupplung auf den Mitfahrersitz montiert wurde. Daran hängt dann der große “Anhänger” für die Passagiere.
Nachdem wir uns am Vortag mit einem Fahrer geeinigt hatten, holte er uns am nächsten morgen um 5 Uhr an unserem Hotel ab.
Den Sonnenaufgang wollten wir uns in Angkor Wat ansehen, das hatte ich auch vor fünf Jahren so gemacht. Damals waren vielleicht insgesamt 100-200 Leute in dem riesigen Tempel. Heute aber war das anders: mehrere Tausend Menschen, so schien es, hatten sich eingefunden um den Sonnenaufgang mit anzuschauen. Besonders die häufig sehr lauten und in riesigen Gruppen auftretenden Japaner störten bisweilen die eigentlich sehr gute Atmosphäre.
Kurz nach Sonnenaufgang verschwand der größte Teil der Leute wieder um sich an den anderen Tempeln zu treffen und ließ uns in relativer Ruhe zurück. Nach einem sehr sparsamen Frühstück (wir aßen aus Protest gegen die unverschämten Preise nur ein trockenes Baguette) schauten wir uns ausführlich den Tempel an, bevor wir - bedingt durch die sehr kurze Nacht - ermattet auf einer Seitenmauer des Tempels eine halbe Stunde Siesta machten - um neun Uhr morgens.
Weiter ging es zum Bayon-Tempel, der mit seinen über 200 riesigen Steingesichtern beeindruckt. Doch auch hier das Gleiche: Der ganze Tempel ist von Touristen verstopft, teilweise muß man an engen Stellen warten um überhaupt vorwärts zu kommen. Mittlerweile ist es elf Uhr, der Magen knurrt und die Sonne brennt. Wir entscheiden uns für ein vorgezogenes Mittagessen. Nach harten Verhandlungen bekommen wir das Essen zum halben Preis, obwohl der noch immer ziemlich hoch ist für hiesige Verhältnisse.
Gestärkt schauen wir uns den Rest von Angkor Thom an, der heiligen Stadt in der wir uns gerade befinden. Kaum zu glauben, dass innerhalb dieser Mauern vor 800 Jahren über eine Million Menschen gelebt haben, in der damls größten Stadt der Welt!
Den Rest des Tages verbringen wir in noch vielen anderen Tempeln, doch so langsam sind unsere Hirne überlastet und die Tempel fangen alle an, gleich auszusehen. Was noch heraussticht ist Ta Prohm, einer der beliebtesten Attraktionen in Angkor. Dieser Tempel wurde zumindest in Teilen so belassen, wie er von den Franzosen im Dschungel gefunden wurde. Riesige Bäume umschlingen die krummen Mauern und Tore. Gigantische Wurzeln sprengen die Steine auseinander und halten sie doch gleichzeitig zusammen.
Den Tag beschließen wir mit vielen, vielen anderen Menschen zusammen auf Phnom Bakheng, wo wir den Sonnenuntergang über der Ebene anschauen.
Am 12. Februar 2007 um 15:43 Uhr
super texte, tolle fotos! immer dran bleiben.
ist so als wäre man selber dort!
gruss der marko