Ho Chi Minh City (das frühere Saigon) war ein ziemlicher Wechsel für mich, nachdem ich aus dem kühlen Hochland kam.
Die Stadt ist chaotisch und laut, die Straßenhändler sind noch aggressiver als sonst irgendwo in Vietnam und der Verkehr ist unglaublich! So viele Motorräder, Fahrräder oder sonstige Fahrzeuge habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen und die Fahrweise ist die hier übliche, vielleicht noch etwas aggressiver.
Die Stadt selbst hat mich nicht sonderlich begeistert, dafür hatte ich einige interessante Begegnungen.
In meinem Hotel (ich hab mal wieder in einem 10-Bett Schlafsaal übernachtet, es ist billiger und man trifft mehr Leute) habe ich eine junge Frau aus Nepal getroffen. Sie ist schon seit fast 2 Monaten in Ho Chi Minh und verdient Geld als Englischlehrerin. Ohne irgendwelche Qualifikation kann man so $10 - $15 bekommen! Das machen wohl einige Leute, ich war abends ein paar Mal mit einer Gruppe von "Lehrern" unterwegs, war wirklich interessant, weil die sich eben schon ein bisschen auskannten. Wir saßen dann öfters in kleinen "Bia Hoi"-Ständen am Straßenrand und wurden sogar mehrfach von der Polizei verscheucht, die diese (illegalen) Straßenkneipen auflöste, indem sie einfach die kleinen Plastiktische und -stühle mitnahm...
Eine andere interessante Begegnung hatte ich, als ich in einem Park saß und mein Buch las. Ein Mann kam auf mich zu und ich schaltete schon automatisch in den "Verkäufer-Abwehr-Modus". Als ich auf die übliche Frage "Where you from?" antwortete, sprach er mich sehr erfreut auf Deutsch an. Wie fingen an, uns zu unterhalten und er erzählte mir, dass er von 1987-92 in Ostdeutschland gelebt hatte.
Wir unterhielten uns lange und ich bekam einige interessante Einblicke in sein Leben. Er ist gelernter Schneider, arbeitet aber zur Zeit nur für drei Stunden in der Nacht in einem Warenhaus. Er verdient so nur etwa $3 pro Tag!!
Davon abgesehen hielt mich nichts in Saigon. Am 7.11. stieg ich deswegen mal wieder in einen Bus und fuhr nach Can Tho, im Mekong Delta.