Round the world

Mekong Delta

(09.11.2001)

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Bootstour I
Bootstour I

Bootstour II
Bootstour II

Bootstour III
Bootstour III

Voll beladen
Voll beladen

Überschwemmung
Überschwemmung

Von Ha Tien nach Chau Doc
Von Ha Tien nach Chau Doc

Tankstelle
Tankstelle

Nachdem ich Saigon mehr oder weniger fluchtartig verlassen hatte, fuhr ich, diesmal nur mit öffentlichen Bussen, nach Süden ins Mekong Delta.
Die Landschaft hier ist ziemlich anders als im Rest von Vietnam. Es ist topfeben und man befindet sich nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Hier im Delta wird der Großteil von Vietnams Reis produziert. Dadurch dass die Straßen so erbärmlich und Wasserwege in Überzahl vorhanden sind, läuft ein großer Teil des Transports über Boote.
Ich fuhr aber erst einmal von Saigon nach Cantho mit dem Bus. Die Fahrt war lang und ohne besondere Ereignisse. In Cantho ließ ich mich zu einer Bootstour überreden. Es war nicht ganz billig, da ich alleine das ganze Boot mietete, aber es war sein Geld wert. Für vier Stunden fuhr ich durch breitere und schmälere Kanäle und Seitenarme des Mekong. Ich konnte einen schwimmenden Markt besichtigen, wo die Händler mit ihren Booten mitten im Fluss festmachen und dann Obst, Gemüse, Fisch und Reis verkaufen. Was ein bestimmtes Boot im Angebot hat, sieht man daran, dass eine Ananas, Kartoffeln, ein Kürbis etc. an einer langen Stange nach oben gehalten wird.
Von Cantho aus ging es weiter nach Süden, bis nach Rach Gia (das man seltsamerweise "jiak-ja" ausspricht). Diese Fahrt war, im Gegensatz zu meiner letzten, äußerst interessant, aber auch anstrengend.
Ich hatte, seit ich von Saigon weg war, keine Touristen mehr gesehen und ganz offensichtlich war ich als einziger Westler eine große Attraktion. Die ganze Busfahrt über kamen irgendwelche Leute auf mich zu, die versuchten auf Vietnamesisch mit mir zu sprechen, meine Haut anfassten oder mir verschiedene junge Frauen zur Heirat anboten!! Es war für eine Weile natürlich schön, der Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit zu sein, nach einer Weile wurde es aber schon etwas lästig und ich war dann doch ganz froh, als die Busfahrt vorüber war.
Von Rach Gia ging es am nächsten Tag nach Ha Tien, einem kleinen Ort ganz im Südwesten von Vietnam, nur ein paar Kilometer von der kambodschanischen Grenze entfernt. Leider ist der Grenzübergang hier für Ausländer noch nicht geöffnet.
In Ha Tien gibt es keine großen Touristenattraktionen, dafür ein um so netteres schwimmendes Café, das im Fluss festgemacht ist. Hier verbrachte ich den ganzen Nachmittag damit, Eiskaffee zu trinken, den Booten zu zusehen, Herr der Ringe zu lesen und einen wunderbaren Sonnenuntergang zu beobachten.
Nach diesem herrlich entspannenden Tag ging es am nächsten Morgen um 5 Uhr mit dem Boot nach Chau Doc, eine etwa 6-stündige Fahrt. Das Boot war etwa 15 Meter lang, 1,50m breit und innen nicht höher als etwa 1,50m! Das Boot war natürlich aus Holz und schon etwas älter. Trotzdem kamen wir wohlbehalten in Chau Doc an, nach einer sehr interessanten Reise entlang der Grenze zu Kambodscha. Das ganze Land war unter Wasser. Hier und da schaute ein verlassenes Haus aus den Fluten. Manche Leute hatten mehr Glück, da ihre Hütte auf einem kleinen Erdhügel stand, der jetzt eine Insel in diesem riesigen See war. Es war kaum vorstellbar, dass sich unter diesen Wassermassen Reisfelder, Straßen und Häuser befinden!
Nach einer weiteren Übernachtung in Chau Doc musste ich mich schleunigst auf die Suche nach einer Möglichkeit machen, wie ich nach Kambodscha kommen konnte, da mein Visum nur noch einen Tag Gültigkeit hatte! Da die Grenze hier erst dieses Jahr geöffnet worden war, konnte man noch in keinem Reiseführer irgendwelche Tipps finden, wie man am Besten dorthin kommt. Ich hatte auch noch keine anderen Reisenden getroffen, genauso wenig wie irgend wen, der Englisch sprach.
Beim Laufen durch die Straßen sprach mich mal wieder ein Motorradfahrer an und ich hatte Glück, er sprach gutes Englisch und konnte mir weiterhelfen!
Er brachte mich am nächsten Morgen über abenteuerliche Straßen bis zur Grenze, die aus ein paar kleinen Häusern entlang einer Sandpiste bestand. Er half mir auch, über die Grenze zu kommen, was aber ohnehin nicht besonders schwer war. Die Beamten waren gelangweilt aber freundlich. Ich sei der einzige Foreigner, der heute hier durchgekommen sei, sagte mir ein kambodschanischer Grenzbeamter!
Auf der anderen Seite der Grenze stieg ich in das versprochene Schnellboot: Eine kleine Glasfaser-Nussschale mit einem 40PS Außenborder. Der Fahrer trug einen Motorradhelm, für die vier Passagiere gab es diesen Luxus nicht. Das Boot schoss dahin wie eine Rakete! Laut Karte war die Strecke gut über 50 Kilometer, aber wir brauchten keine Stunde für dafür!! Das Wasser war hart wie Beton und wenn kleine Wellen aufkamen flogen wir regelrecht durch die Luft, aber es machte unglaublich Spaß und die Fahrt war viel schneller vorbei als ich gehofft hatte.
Das letzte Stück auf der Straße nach Phnom Penh war wesentlich unbequemer als die Bootsfahrt, da die Straßen hier einfach unglaublich schlecht sind. So schlecht, dass man eigentlich mit nichts anderem als einem Jeep darauf fahren sollte, ich saß aber in einem japanischen Kleinwagen, der in den Schlaglöchern fast verschwand...
Aber auch diese Reise war kein Problem und jetzt bin ich hier in Phnom Penh in einem wunderbaren Guesthouse, das am und auf dem See gebaut ist: Eine große Holzterrasse mit Hängematten und Billardtisch steht auf Pfosten im See. Die letzten Tage habe ich das Guesthouse kaum verlassen, habe die Zeit in der Hängematte verbracht und mich ausgeruht.



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