Round the world

Mediation

(12.12.2001)

Kartenansicht


Schlafplatz
Schlafplatz

Meditation
Meditation

See
See

Den letzten Teil meiner Reise durch Südostasien habe ich in Thailand verbracht. Wie bereits im vorherigen Bericht gesagt, verbrachte ich zehn Tage in Railay Beach.
Nach diesen zehn Tagen, die ich mit Klettern und Sonnenbaden verbrachte, ging meine Reise in eine ganz andere Richtung weiter. Ich hatte mich entschlossen, einen zehntägigen Meditationskurs in einem Buddhistischen Kloster (Wat) zu machen. Der Wat, der mir am interessantesten erschien, heißt Suan Mokkh und befindet sich bei Surat Thani, etwa 3 Stunden mit dem Bus von Krabi (wo ich meinen Strandurlaub verbrachte).
Ein Teil von Suan Mokkh ist das International Dhamma Hermitage, wo u.A. Meditationskurse in Englisch gehalten werden. Die Regeln dort sind sehr strikt: Für die Dauer des Kurses wird nicht gesprochen; man darf das Gelände nicht verlassen; man steht jeden Morgen um 4 Uhr auf, geht um 21 Uhr ins Bett; es gibt zwei einfache Mahlzeiten am Tag. Die Zeit zwischen Aufstehen und Nachtruhe wird mit Meditation und Vorträgen über den Buddhismus ("Dhamma Talks") verbracht.
Es war ein sehr interessantes Erlebnis. Nicht zu sprechen und die anderen äußeren Umstände (die Kopfkissen waren aus Holz) waren keine Schwierigkeit für mich. Was mich beinahe zum Aufgeben brachte, war die Meditation. Ich hatte nach ein paar Tagen einfach nicht mehr die Willenskraft, mich darauf zu konzentrieren, die Gedanken schweiften immer und immer wieder ab. Die Meditation, wie sie in Suan Mokkh gelehrt wird, nennt sich " anapanasiti" und ist die Form der Meditation, die der Buddha vor über 2500 Jahren lehrte. Die grundlegende Technik ist einfach: Man beobachtet mit seiner ganzen Aufmerksamkeit seinen eigenen Atem. Man folgt der Luft wie sie durch die Nase kommt bis in die Lunge und wieder heraus.
Das klingt nicht schwierig, ist aber! Die Gedanken schweifen einfach zu schnell ab, man merkt überhaupt nicht, dass man seit einer halben Stunden nicht mehr seinen Atem beobachten, sondern vielleicht in Gedankenspielen versunken ist.
Neben der Meditation gab es noch die Dhamma Talks, die von verschiedenen Mönchen gehalten wurden. Hier gab es eine interessante Einführung in den Buddhismus. Die zehn Tage schienen zeitweise ziemlich lange und ich war nach dem siebten Tag kurz davor aufzugeben. Doch auf der anderen Seite war es ein umso größerer Schock, nach den zehn Tagen wieder in die "richtige Welt" hinaus zu müssen: Alles schien so laut und hektisch! Ich brauchte über einen Tag, um diese Welt wieder akzeptieren, in ihr wieder funktionieren zu können...
Da ich nicht genau wusste, was ich tun sollte, wohin meine weitere Reise führen würde, fuhr ich erst einmal zurück nach Railay. Das war natürlich ein Fehler, da ich (ich hätte es eigentlich wissen müssen) hier hängen blieb.



--