Round the world

Durch die Wüste

(10.06.2002)

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Beware
Beware

Roadtrain
Roadtrain

Mary, Mary und Joanne
Mary, Mary und Joanne

Als neue Mitfahrer nahm ich drei irische Mädels, Mary, Mary und Joanne mit. Wir hatten eine mehrtägige, 2700 Kilometer lange Reise vor uns. Nachdem wir das Gepäck in und auf dem Auto verstaut hatten fuhren wir mit dem scheinbar problemlos funktionierenden Klapperkasten los. Der Riss in der Scheibe hatte sich zwar mittlerweile vergrößert und meine Karre sprang immer öfter nicht mehr an, aber ich war guter Dinge und mit den drei verrückten Irinnen im Auto konnte ja nichts schief gehen!
Weit gefehlt!
Wir waren erst ein paar hundert Kilometer weit gefahren, als auf einmal die Temperatur anfing zu steigen. Das ist für mein altes Auto völlig normal, besonders in der Australischen Hitze und wenn man Gegenwind hat. Doch diesmal stieg die Temperatur bis in zum Anschlag der Anzeige an und wir mussten sofort anhalten. Eine kurze Untersuchung ergab, dass der elektrische Kühlerventilator stehen geblieben war. Da ich keinerlei Werkzeug für diese Art von Problem dabei hatte, versuchten wir mit allen möglichen Tricks das Auto zu kühlen: Wir füllten ständig das Wasser nach, fuhren sehr langsam, fuhren sehr schnell und versuchten sogar mit offener Motorhaube zu fahren. Nichts funktionierte! Am Ende gaben wir auf, stellten uns an die Straße und versuchten zum nächsten Ort zu trampen. Dieser war glücklicherweise nur 50 km entfernt (es hätten ja auch 300km sein können!).
Unser Glück im Unglück war beinahe unglaublich: Der erste Fahrer der anhielt war ein Elektriker, der seine komplette Werkstatt hinten in seinem Pickup hatte. Er reparierte das Problem in fünf Minuten und verlangte nicht einmal Geld dafür!
Wieder in guter Laune fuhren wir weiter und verbrachten die Nacht auf einem kleinen Campingplatz, wo wir die anderen Gäste mit irischen Volksweisen bis spät in die Nacht hinein beglückten.
Am nächsten Morgen fuhren wir bestens gelaunt weiter, überlegten uns wie viele hunderte von Kilometern wir an diesem Tag wohl schaffen würden. Doch auf einmal stieg die Temperatur wieder an: Durch das Überhitzen war ein Kühlerschlauch gerissen, wir verloren immer wieder Wasser! Das Problem schien nicht so groß zu sein, wir hatten mindestens 20 Liter Wasser mit uns, Tennant Creek war nur gute 400km entfernt. Natürlich lief nichts wie geplant, das Loch vergrößerte sich, wir verloren immer mehr Wasser und schafften es mit knapper Not und beinahe rotglühendem Motor bis in den Ort!
Sechzig Dollar später war das Problem behoben und ich leistete mir sogar zwei (fast) neue Reifen, da die vorhandenen kriminell abgefahren waren. An diesem Abend schafften wir noch gut 300 Kilometer, bevor wir in der Mitte vom Nirgendwo bei einer Polizeistation übernachteten. Mir kam der Ort bekannt vor, ich hatte hier vor fünf Jahren schon einmal geschlafen.
Der Schock kam am nächsten Morgen: Das Auto sprang nicht mehr an. Obwohl es völlig kalt war und ich mit aller Kraft auf dem Motor herumdrosch ließ es sich nicht zum Starten bewegen! Wir saßen, 100 km vom nächsten Mechaniker entfernt fest.
Doch das Wunder geschah: Durch gutes Zureden, drohen und An-allen-Schläuchen-und-Kabeln-Ziehen sprang mein Baby wieder und und brachte uns problemlos zum nächsten Ort, wo ich den Motor erst über der Grube des Mechanikers abstellte.
Was folgte waren ca. 8 (acht!) Stunden unter und im Auto, die ich zusammen mit dem Buschmechaniker damit verbrachte, den Startermotor auszubauen, den kaputten Magneten durch einen selbst zusammengeschweißten zu ersetzen und wieder einzubauen. Das ganze war begleitet von viel Fluchen und Schimpfen über die hirnamputierten Affen, die dieses Auto konstruiert hatten! Jetzt weiß ich Einiges über Startermotoren und Autos im Allgemeinen und mein geliebtes Fahrzeug fährt noch immer und endete nicht auf der Müllkippe in Camooweal!
Nachdem dieses Problem also auch behoben war, wurden wir vorsichtig optimistisch, vielleicht würden wir es ja doch noch bis nach Cairns schaffen, die Hälfte der Strecke hatten wir ja schon hinter uns. Ich musste immer wieder bewundern, wie gut die drei Mädels die ständigen Probleme hinnahmen, sobald die Pogues-Kassette lief waren alle Sorgen vergessen und alle drei sangen lauthals mit!
Unglaublich aber war, wir schafften es bis nach Cairns, auch nur mit einem halben Tag Verspätung. Wir fuhren in die Stadt, hielten bei McDonalds an und nahmen Floris mit, bevor wir zum Hostel fuhren. Aber das ist eine andere Geschichte.



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