Round the world

Die Küste entlang

(29.10.2001)

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Strand
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Alte Grenze
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Kinder
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Fischernetz
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Lastwagen
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Tempel
Tempel

Eine ganze Woche ist es her, dass ich hier etwas geschrieben habe, höchste Zeit also, dass ich mich mal wieder melde!
Ich befinde mich mittlerweile in Nha Trang, etwa 1250km südlich von Hanoi und bin eigentlich schon wieder auf dem Sprung weiter in Richtung Süden.
Letzten Montag fuhr ich mit dem Bus von Hanoi nach Hue. Die etwa 16-stündige Fahrt war alles andere als ein Vergnügen. Zwar hatte ich das unglaubliche Glück, zwei Sitze für mich alleine zu haben, doch konnte das die extrem holperigen Straßen nicht ausgleichen. Zudem regnete es in Strömen und die Busfenster waren nicht wirklich wasserdicht...
Ich hab's überlebt und es hat mich bis jetzt noch nicht vom Busreisen abgebracht. Der Zug wäre vermutlich wesentlich bequemer gewesen, man hat eine Art von Bett für sich alleine (wenn nicht mal wieder die Abteile überbucht sind) und die Fahrt ist lange nicht so holperig. Für diesen Luxus zahlt man aber auch etwa 7 mal den Preis einer Busfahrt...
In Hue angekommen, habe ich mich mit einem Norweger, einem Holländer und einer Deutschen zusammengetan um so als Gruppe an billigere Übernachtungsmöglichkeiten zu kommen. Hat auch funktioniert, ein Zimmer mit Klimaanlage kostete dann für jeden nur noch $3!
Hue ist (laut Reiseführer) eigentlich ein sehr interessanter Ort mit viel Geschichte. Ich selber konnte davon nicht allzu viel sehen und war wohl deswegen auch nicht wirklich begeistert davon. Wir vier (s.o.) mieteten uns Fahrräder und fuhren ein bisschen in der Stadt herum, das war aber auch alles was Hue zu bieten hatte. Für den nächsten Tag hatten wir eine Tour in die ehemalige DMZ gebucht, die Demilitarized Zone, der früheren Grenze zwischen Nord- und Südvietnam.
Wir hatten einen lokalen Führer, der als Jugendlicher den Vietnam Krieg miterlebt hatte. Er hatte viele interessante Dinge zu erzählen, die die etwas unspektakulären Sights auf jeden Fall wettmachten.
Wir sahen verschiedene Stellen, wo diverse Schlachten stattgefunden haben, "the Rockpile" oder "Khe San Combat Base", die mir zwar wenig sagten, aber sicher alle ihre historische Bedeutung haben. Viel zu sehen gab es wie gesagt nicht, da alles, dass die Amerikaner damals nicht mitnehmen konnten, entweder von der Regierung vernichtet oder von den Anwohnern als Schrottmetall verkauft worden ist.
Das Highlight dieser Tour waren die Tunnel von Vinh Moc. Vinh Moc ist ein kleiner Ort an der Küste, der während des Kriegs aufs Heftigste von den Amerikanern bombardiert wurde. Die Bewohner von Vinh Moc gruben sich ein Tunnelsystem, in dem sie 4 Jahre lang lebten! Die Tunnels sind nur etwa 1,60 m hoch und sehr schmal. Über 90 Familien lebten in diesen Erdlöchern, man kann es sich kaum vorstellen, wenn man so gebückt durch die Tunnels geht!!
Zurück in Hue ging es abends in ein gemütliches Pub, wo ich mal wieder Nick traf. Nick ist ein Engländer, den ich zum ersten Mal in Hanoi im Hotel getroffen habe. Wir hatten eigentlich nichts miteinander zu tun, aber als ich ihn dann zuerst in Sapa im Norden zufällig wieder traf und dann in Hue, sind wir etwas ins Gespräch gekommen. Auch bei meinem nächsten Stopp in Hoi An, habe ich ihn zufällig auf der Straße getroffen. Es ist wirklich lustig, wie man die gleichen Leute immer wieder trifft, da eben doch die Meisten auf der gleichen oder zumindest einer ähnlichen Route unterwegs sind. Ich habe auf diese Weise auch schon ein paar Kontakte für Australien gesammelt!
Am Donnerstag Morgen ging es dann mit dem Bus weiter nach Hoi An, keine 200km. Aber da die Straßen hier (wie schon mehrfach erwähnt) eher, ähem, "verbesserungswürdig" sind, dauerte diese Reise auch einen halben Tag.
Hoi An ist ein wunderschöner kleiner Ort etwa drei Kilometer von der Küste entfernt. Es ist einer der wenigen Plätze in Vietnam, der nicht von dem einen oder anderen Krieg zerstört wurde. Die Straßen sind eng und viele Häuser etliche hundert Jahre alt. Natürlich ist so ein Ort auch voll mit Touries, aber da die Hauptsaison vorbei ist, war auch das auszuhalten.
Hoi An ist auch berühmt für seine Schneider, angeblich gibt es über 200 davon! Ich konnte dann auch nicht widerstehen und habe mir einen Anzug schneidern lassen, komplett mit Seidenhemden und Krawatte... Da maßgeschneidert passt er wie angegossen, ich besitze jetzt also zum ersten Mal in meinem Leben ein paar anständige Klamotten!
Da ich aber wenig Lust hatte, meinen neuen Anzug für die nächsten paar Monate in meinem Rucksack herumzuschleppen, wollte ich ihn per Post nach Hause schicken. Leichter gesagt als getan! Nachdem ich eine Stunde (!!) in der Post damit verbracht hatte, verschiedene Formulare auszufüllen (ich musste die Adresse etwa 8-10 mal in verschiedene Kästchen eintragen!!), war es endlich so weit, die (ziemlich unfreundliche) Person hinter dem Schalter war zufrieden gestellt und nahm gnädigerweise mein Geld in Empfang. Ob das Paket jemals weiter kommt als das Hinterzimmer dieses Postamtes, das weiß ich natürlich nicht...
Den Rest meiner Zeit in Hoi An verbrachte ich damit, mir an dem wunderschönen Strand einen deftigen Sonnenbrand zuzulegen. Außerdem mietete ich mir für einen Tag ein Motorrad, mit dem ich die etwas die Gegend erkundete.
Jetzt befinde ich mich weitere 12 Busstunden südlich in Nha Trang. Morgen werde ich, je nach Wetter, entweder eine Boottour machen oder in den Bus nach Dalat steigen.



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