Die erste Woche - erster Teil

Unsere erste Arbeitswoche im Childrens Surgical Center hier in Phnom Penh liegt schon hinter uns. Letzten Sonntag hatten wir uns einen Fahrer organisiert, der uns von unserem Guesthouse (s.u.) zum Krankenhaus bringen würde.
Am Montag Morgen standen wir also in unseren viel zu kurzen OP-Klamotten und offiziellen OP-Badelatschen (!) zum ersten Mal im “Block”, wie der OP/Untersuchungs/Krankenzimmer-Bereich heißt. Eigentlich alles ist hier anders als in Deutschland. Im OP stehen drei Tische und die Bibliothek (ein Regal mit uralten Lehrbüchern, zum Teil kopiert). Der Untersuchungsraum ist winzig, die Patienten (und der Arzt) sitzen auf kleinen Plastikstühlen, ständig kommen Leute durch das Zimmer (das auch die Verbindung vom Patientenzimmer zum OP ist).
Es gibt hier drei Patientenzimmer, in denen zwischen sieben und zwölf Patienten liegen. Doch meistens befinden sich viel mehr Leute in dem Zimmer, die Patienten werden von ihren Angehörigen mit Essen versorgt.
Die andere Tür führt zum Aufwachraum/Verbandszimmer, mit immerhin zwei Betten. Der Operationsaal selbst ist recht gut mit Geräten ausgestattet, auch wenn die meisten schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Die Wände sind vollgestellt mit Regalen und Schränken. Es ist nicht viel Platz zwischen den drei Tischen, an denen meistens gleichzeitig gearbeitet wird, man muss immer aufpassen, nirgendwo anzustoßen.
Auf der anderen Seite führt eine Tür zum Waschraum, wo mit zwei Waschmaschinen die OP-Tücher und -Kleidung gewaschen wird und wo sich auch ein großes Waschbecken für die Chirurgen zum Einwaschen befindet.
Vormittags werden die “oupatients” untersucht, das sind Menschen von überall her, die zum CSC kommen, um sich operieren zu lassen. Das Children’s Surgical Center ist auf rehabilitative Chirurgie spezialisiert, d.h. Dinge wie Lippenspalten, Verbrennungen oder Unfallfolgen werden hier operiert. Es wir eigentlich fast alles operiert, was an plastischen Operationen möglich ist, die Ärzte bilden sich ständig weiter. Da die Behandlung kostenlos ist, kommen die Menschen oft von weit her um sich hier behandeln zu lassen.
Neben den etwa sieben Chirurgen arbeiten hier auch noch Anästhesisten, Krankenschwestern und vier Augenärzte, die den zweiten Schwerpunkt des Krankenhauses betreuen. Fast immer sind auch ausländische Medizinstudenten hier tätig, die assistieren und lernen.
Dies ist unsere Rolle, wir helfen bei den Operationen und lernen dabei sehr viel. Mit das spannendste sind die vielen Unterschiede zu dem Krankenhausbetrieb in Deutschland. Am besten gefallen mir die Badelatschen, in denen man sich hier überall bewegt. Der Chef operiert auch öfters mal barfuß.

Morgen gibt es den zweiten Teil dieses Berichts.
Hier erstmal ein paar Bilder aus Phnom Penh, immerhin befinden wir uns ja schon eine Woche in dieser spannenden Stadt.
AffeSchafeFlußuferAusblickUmzugsgrundHochhausSonnenuntergangKennedys FriseurAusblick IILieblingstätigkeit