Die erste Woche - erster Teil

2. März 2007 von Johannes

Unsere erste Arbeitswoche im Childrens Surgical Center hier in Phnom Penh liegt schon hinter uns. Letzten Sonntag hatten wir uns einen Fahrer organisiert, der uns von unserem Guesthouse (s.u.) zum Krankenhaus bringen würde.
Am Montag Morgen standen wir also in unseren viel zu kurzen OP-Klamotten und offiziellen OP-Badelatschen (!) zum ersten Mal im “Block”, wie der OP/Untersuchungs/Krankenzimmer-Bereich heißt. Eigentlich alles ist hier anders als in Deutschland. Im OP stehen drei Tische und die Bibliothek (ein Regal mit uralten Lehrbüchern, zum Teil kopiert). Der Untersuchungsraum ist winzig, die Patienten (und der Arzt) sitzen auf kleinen Plastikstühlen, ständig kommen Leute durch das Zimmer (das auch die Verbindung vom Patientenzimmer zum OP ist).
Es gibt hier drei Patientenzimmer, in denen zwischen sieben und zwölf Patienten liegen. Doch meistens befinden sich viel mehr Leute in dem Zimmer, die Patienten werden von ihren Angehörigen mit Essen versorgt.
Die andere Tür führt zum Aufwachraum/Verbandszimmer, mit immerhin zwei Betten. Der Operationsaal selbst ist recht gut mit Geräten ausgestattet, auch wenn die meisten schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Die Wände sind vollgestellt mit Regalen und Schränken. Es ist nicht viel Platz zwischen den drei Tischen, an denen meistens gleichzeitig gearbeitet wird, man muss immer aufpassen, nirgendwo anzustoßen.
Auf der anderen Seite führt eine Tür zum Waschraum, wo mit zwei Waschmaschinen die OP-Tücher und -Kleidung gewaschen wird und wo sich auch ein großes Waschbecken für die Chirurgen zum Einwaschen befindet.
Vormittags werden die “oupatients” untersucht, das sind Menschen von überall her, die zum CSC kommen, um sich operieren zu lassen. Das Children’s Surgical Center ist auf rehabilitative Chirurgie spezialisiert, d.h. Dinge wie Lippenspalten, Verbrennungen oder Unfallfolgen werden hier operiert. Es wir eigentlich fast alles operiert, was an plastischen Operationen möglich ist, die Ärzte bilden sich ständig weiter. Da die Behandlung kostenlos ist, kommen die Menschen oft von weit her um sich hier behandeln zu lassen.
Neben den etwa sieben Chirurgen arbeiten hier auch noch Anästhesisten, Krankenschwestern und vier Augenärzte, die den zweiten Schwerpunkt des Krankenhauses betreuen. Fast immer sind auch ausländische Medizinstudenten hier tätig, die assistieren und lernen.
Dies ist unsere Rolle, wir helfen bei den Operationen und lernen dabei sehr viel. Mit das spannendste sind die vielen Unterschiede zu dem Krankenhausbetrieb in Deutschland. Am besten gefallen mir die Badelatschen, in denen man sich hier überall bewegt. Der Chef operiert auch öfters mal barfuß.

Morgen gibt es den zweiten Teil dieses Berichts.
Hier erstmal ein paar Bilder aus Phnom Penh, immerhin befinden wir uns ja schon eine Woche in dieser spannenden Stadt.
AffeSchafeFlußuferAusblickUmzugsgrundHochhausSonnenuntergangKennedys FriseurAusblick IILieblingstätigkeit

on a horse with no name

22. Februar 2007 von Silvio

Heute morgen haben wir uns also wie geplant einen feschen niegelnagelneuen Motoroller ausgeliehen um die Gegend um Kampot herum zu erkunden. So machten wir uns zusammen mit Steffen aus dem Saarland auf den Weg um kurze Zeit später das erste mal anhalten zu müssen, da sein Roller nicht mehr wollte. So trennten wir uns und Johannes hat uns sicher über die gut ausgebaute Straße zu unserem ersten Ziel, Phnom Chngook, einer der vielen Höhlen in der Gegend, gebracht. Mit Hilfe der vielen anströmenden Kinder, die alle gleichzeitig aufs Moped aufpassen und unsere Führer sein wollten, wagten wir uns in die Höhle hinein. Dort stießen wir auf einen gut erhaltenden Tempel aus dem sechsten Jahrhundert, der aus Angst und Aberglauben sogar von den Roten Khmer verschont blieb. Nachdem wir uns durch die labyrinthartigen Gänge zwängten und jedem der kleinen Gehilfen seinen Anteil zukommen lassen haben machten wir uns auf die Weiterfahrt…..bis diese nach einer kurzen Weile von einem überaus deutlichen Pffffffttttttttttt unterbrochen wurde. Hinterreifen platt. Mitten in der Pampa. In der glühenden Mittagshitze. Neues Moped. Tag gelaufen ging es uns durch die Köpfe. Aber der per Fahrrad hinterherkommende Höhlenführer brachte uns nach circa einem Kilometer Schieben zu einer kleinen Werkstatt, wo der Schaden innerhalb vom fünf Minuten für ┬┤nen Vierteldollar behoben war. So ging es guten Mutes weiter nach Kep, einem kleinen Küstenstädtchen welches von den Franzosen zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu einer Miniaturausgabe der Cote d`Azur gebaut und 1975 von den Khmer Rouge dem Erdboden gleich gemacht wurde. So gab es dort noch ein paar zerschossene Villen und einen ungefähr 200 m langen, künstlichen Sandstrand zu sehen. Von Kep aus ging unser Zweiradtrip weiter nach Kampong Trach, ebenfalls Standort eines großen Höhlensystems. Über lange staubige Wege ritten wir durch die ländliche Idylle und wir konnten das wahre Kambodscha abseits der Touristrecken sehen…weite trockene Felder gesäumt mit Holzhütten und vielen Tieren….der Anblick des Ganzen muss inmitten der strahlend grünen Reisfelder in der Regenzeit einfach umwerfend sein. Am Ziel dieses Stückes wurden wir schon von einer kleinen Höhlenexpertin nebst noch kleinerem Anhang in Empfang genommen und durch ein winziges Loch in circa 30 m Kletterhöhe ins Innere des Berges geführt…über waghalsige Treppenkonstruktionen kletternd boten sich uns bizarre Steinformationen in Formen von Schildkröten, Elefanten, Kühen und Reisfeldern. Es ist erstaunlich, welche Formen das Wasser im Laufe der Zeit kreiert hat. Von der anderen Seite konnte man das Innere des Berges durch einen buddhistischen Tempel begehen und so gelangten wir auch in die kraterartige Mitte des Felsens. Nachdem wir uns noch ein paar kleine Höhlen angeschaut haben ging es wieder zurück in Richtung Kampot, wo wir gegen fünf Uhr mit geschundenen Rücken und Hinterteilen den Roller zurückgaben. Nun steht bald wieder Rucksack packen an, da wir uns morgen beizeiten auf den Weg nach Phnom Penh machen, um dort am Montag unsere Famulatur anzutreten.
Der FahrerDer MitfahrerOmnibusPferdekutscheSchulschlussSalzgewinnungMagere KuhHöhlenforscher IIGuides IIIIn voller FahrtTankstelleEssenDer FahrerMitfahrerLächelnGuides IISpiegelbildSteinbruchUnsere GuidesKepTreppeHöhlenforscher

Bokor

21. Februar 2007 von Johannes

Um halb neun Uhr morgens wurden wir von einem alten Pickup-Truck für unsere Tour zum Bokor Nationalpark abgeholt. Der Nationalpark ist der größte in Kambodscha und umfasst einen 1080m hohen Berg, der von Dschungel bedeckt ist. In den 1920er Jahren bauten die Franzosen oben auf dem Berg Hotels und ein Kasino, um dem heißen Wetter Indochinas zu entkommen. Die Roten Khmer zerstörten weitgehend alles und hinterließen eine Geisterstadt.
Silvio hinten auf der staubigen Ladefläche (zusammen mit sieben anderen Verrückten) und ich eingezwängt in der kleinen Fahrerkabine wurden wir zum Parkeingang gefahren. Von da an fing die Straße an schlecht zu werden. Gebaut im Jahre 1917 von kambodschanischen Gefangenen, ist die Straße vermutlich seitdem nicht repariert worden. Teilweise sind noch Reste des ursprünglichen Belags zu sehen, an den meisten Stellen besteht die Fahrbahn aber aus groben Steinbrocken, Schotter oder Sand. Die Fahrt war abenteuerlich und ziemlich unbequem, da wir ständig hin-und-her geworfen wurden. Nach scheinbar unendlicher Zeit kamen wir, nachdem wir zwischendurch eine Stunde durch den Dschungel gewandert waren und dann wieder vom Auto aufgesammelt wurden, beim Schwarzen Palast an. Dieser, ursprünglich mit Teak-Holz ausgekleidete Palast wurde von den Franzosen in den 1950er Jahren für König Sihanouk gebaut und ebenfalls von den Khmer Rouge zerstört. Übrig geblieben ist nur das Betongerippe und der fantastische Blick in Richtung Meer.
Nach weiteren endlosen Kilometern auf erbärmlicher Straße durch den Dschungel kamen wir endlich in der Geisterstadt von Bokor Hill an. Man kann sich kaum mehr vorstellen, dass hier vor 30 Jahren noch reiche Franzosen und Khmer in vornehmen Kasinos ihr Geld verspielt haben. Heute herrscht nur noch eine seltsame Atmosphäre zwischen den Ruinen.
Der Blick aber von hier oben ist grandios, es bietet sich ein 180-Grad Panorama der Küste und der vorgelagerten Inseln.
Nach einem sehr leckeren Mittagessen aus vegetarischem Curry mit Reis und Baguette blieb uns noch eine halbe Stunde im alten Kasino, bevor wir uns auf den beschwerlichen Weg nach unten machten. Zwei Stunden dauert die Fahrt, 30 Kilometer lang ist die Strecke.
Diesmal war auch ich auf der Ladefläche mit dabei, ließ mich durchschütteln und bekam Zweige und Palmenblätter ins Gesicht.
Zur Versöhnung folgte nach der anstrengenden Fahrt noch eine kleine Bootstour in den Sonnenuntergang. Als Entschädigung für den nicht besichtigten Wasserfall (führt in der Trockenzeit kein Wasser) gab es auf dem Boot für jeden ein Bier. So ging der sehr schöne Tag auf dem Fluß, mit einem fast kalten Klang-Bier zu Ende.
Zurück in Kampot ließen wir unsere schmerzenden Rücken im “Seeing Hands” von gut geübten, blinden Masseuren bearbeiten. Glücklich und zufrieden fielen wir ins Bett.

AusblickBlick aus dem KasinoJohannes mit AusblickDschungel IIDas FahrzeugBokor PalaceSchwarzer PalastWasserturmJungelKampot ProvinzJungle-TrekkingBootstourRückfahrtSonnenuntergangKlang-BierFlußufer

on the road again

20. Februar 2007 von Silvio

Nachdem wir gestern unseren letzten Tag am Meer verbracht und unseren Abschluss mit einem weiteren leckeren Barbeque gekrönt haben, ging es heute morgen gegen neun Uhr mit dem Taxi auf in Richtung Kompot…nur dass Taxifahren hier in Kambodscha leider nicht viel mit der heimisch angesiedelten Vorstellung des Taxigewerbes an sich hat. Bedeutete für uns nun also zu viert auf der Rückbank zu sitzen und dem Fahrer nebst Mitfahrerin auf seinem Sitz und einer pfiffigen Frau zuzusehen, welche sich clevererweise zwei Plätze gebucht hatte und somit alleine auf dem Beifahrersitz weilen konnte.

Aber die Fahrt verging auch dank einer fast tadellosen Straße in schnellen zwei Stunden intensivsten Gehupes, denn der Fahrer hatte scheinbar eine noch viel grössere Affinität zum Steuerwerkzeug Nummer eins im kambodschanischen Verkehr als zahlreiche Busfahrer zusammen. Letztendlich sind wir aber wohlbehalten im beschaulichen Kompot gelandet und haben mit dem Blissfull ein sehr ruhiges und angenehmes Guesthouse bezogen. Die Räume sind klein aber fein und es gibt im oberen Stockwerk eine große Chilloutarea mit Hängematten und TV nebst DVD-Player..so hatten wir bzw eher ich heute schon das große Vergnügen, das NBA-Allstargame von 1988 sehen zu können!

Bei einem kleinen Rundgang machten wir uns mit dem Ort bekannt und beschlossen auch, am Donnerstag ein Moped zu mieten und damit Sehenswürdigkeiten wie die zahlreichen Höhlen in der Umgebung sowie die Geisterstadt Kep, eine von den Franzosen errichtete Miniaturausgabe der Cote d’Azur welche seit dem Regime der Roten Khmer vor sich hin weilt, zu besuchen. Aber morgen geht es erstmal in den naheliegenden Bokor Nationalpark mit seinen Wasserfällen und nebligen Berggipfeln. Zum Abschluss des Tages werden wir uns vielleicht auch eine Massage bei den Seeing Hands, einem Projekt für blinde Menschen in Kambodscha, gönnen bevor es Freitag wieder nach Phnom Penh geht.
Abendessen am FlussAuf der TerasseUnser GuesthouseTerasse des GueshousesJahr-2000-DenkmalSilvio beim GlotzenMittagshitzeAlte FassadenDowntown Kampot

Eine Woche faulenzen

18. Februar 2007 von Johannes

Seit fast einer Woche sind wir jetzt hier in Sihanoukville am Meer. Viel gemacht haben wir nicht, sind am Strand rumgelegen und haben abends ein Bierchen im Sonnenuntergang getrunken.
Der Strand hier ist sehr schön, das Wasser ist traumhaft und von dem fantastischen Wetter braucht man ja nicht erzählen. Auch die unzähligen Verkäufer gibt es wahrscheinlich an allen Stränden dieser Welt.
Was es nicht überall gibt, sind die vielen Bettler, von denen die allermeisten Minenopfer mit fehlenden Händen, Füßen oder Beinen sind, die um ein Almosen bitten. Es gibt für sie kaum eine andere Chance zum Überleben, vom Staat haben sie nicht viel zu erwarten. Auch die vielen Kinder, die Muschelketten verkaufen oder Getränkedosen einsammeln machen es einem schwer, da man einfach nicht mit 20 Muschelketten oder T-Shirts nach Hause gehen kann. Außerdem sollten die Kinder doch eigentlich morgens in der Schule sein und nicht von ihren Eltern zum Arbeiten geschickt werden.
Trotzdem ist es hier wunderschön, auch wenn man merkt, dass viele Leute hier nur die Dollarzeichen in den Augen sehen. Es wird völlig wild und unkontrolliert gebaut, die noch teilweise leeren Strände werden sicher in Kürze mit Hotels vollgepflastert sein. Aber noch ist Sihanoukville eine Reise wert.
Für heute hatten wir eine Bootstour gebucht, so richtig mit Schnorcheln und Barbeque am Strand. Leider waren wir heute morgen noch etwas unpässlich, da wir unsere Betten erst um vier Uhr in der Frühe wiedergefunden hatten. Um acht Uhr waren unsere Schädel noch etwas dick und die erste halbe Stunde auf dem kleinen, schwankenden Fischerboot waren eine Qual.
Nach dem ersten Schnorchelstopp, der völlig unspektakulär war, ging es uns bedeutend besser und wir konnten den Rest des Trips einigermaßen genießen.
Auf Bamboo-Island legten wir an, lagen am Strand herum und aßen unser vorgekochtes “Barbeque”. Silvio fand gleich ein paar Kambodschaner, die einen Fußball herumkickten und forderte sie zu einem Match heraus.
Auf dem Rückweg kamen wir an einem gekenterten Fischerboot vorbei, dass verdächtig dem unseren ähnelte. Es ist kaum vorstellbar, wie dieses Boot bei ruhigem Wasser und schönem Wetter einfach so umfallen konnte. Eine türkische Mitreisende auf unserem Boot legte sich vorsichtshalber erstmal eine Schwimmweste an.
Wir kamen aber gesund wieder am Strand an und genossen unser vorletztes Abendessen während des Sonnenuntergangs.
StrandschirmSchöne MännerEssensgastInsel im MeerGekentertes BootDer Blick in den SonnenuntergangSonnenuntergangFruitshake vor Sonnenuntergang

Tag am Meer

15. Februar 2007 von Silvio

Heute war ein richtiger Strandtag…von morgens bis zum Sonnenuntergang haben wir uns die Sonne auf die Leiber scheinen lassen…was man unter anderem an unserer leicht ins rötliche driftenden Hautfarbe erkennen kann…..aber es ist sehr angenehm, schön bei Musik von Jack Johnson und Bob gemischt mit dem Rauschen des Meeres am Strand zu liegen und einfach mal nix zu tun…. Wir lassen es uns gutgehen, so tut ihr es auch…

AnanasCome to CambodiaUnser StrandChillenSilvio beim FrühstückJohannes beim FrühstückDer Blick vom FrühstückstischNoch mehr StrandDas AbendessenFeuershowObstverkäuferinKinderTankstelleMahlzeitVollgepackt